18.10.2026 –, Bühne 2
Stell dir vor, du findest ein Software-Problem, das immer wieder an verschiedenen Stellen auftaucht. Trotzdem sagt man dir: „Das sind Einzelfälle. Dafür haben wir keine Ressourcen.“ Nervig. Aber was, wenn der eigentliche Bug gar nicht nur in der Software steckt, sondern schon im Betriebssystem?
Am Beispiel von BarrierenWatch geht es darum, wie aus einzelnen digitalen Barrieren ein zivilgesellschaftliches Projekt werden kann, das politischen Druck erzeugt. Wie dokumentiert man Probleme so, dass sie ernst genommen werden? Wie erkennt man Muster? Welche Daten helfen weiter? Wer ist verantwortlich und was passiert dann, wenn niemand reagiert?
Dabei treffen digitale Barrierefreiheit, offene Daten, Beschwerden, Informationsfreiheit und ein bisschen Code aufeinander. Dahinter steckt eine einfache Idee: Auch Politik und Verwaltung sind Systeme. Und Systeme können wir bekanntlich untersuchen, hacken und debuggen.
Casey Kreer baut Dinge, die Behörden selbst bauen müssten. Als Quality Assurance Engineer, Journalistin und Aktivistin beschäftigt sie sich damit, wo digitale Barrierefreiheit zwischen Gesetz, Technik und Verwaltung verloren geht. Als Gründerin des BarrierenWatch e. V. macht sie Barrieren sichtbar, sammelt Prüfberichte, baut niedrigschwellige Werkzeuge für effektive Beschwerden und versucht herauszufinden, was passiert, wenn man staatliche Systeme so behandelt wie Software: Kann man das hacken?